Unwort des Jahres

2021

Pushback

Definition

"Pushback" wurde gewählt, weil der Begriff ein menschenfeindliches Vorgehen des gewaltsamen Zurückdrängens von Flüchtenden an den europäischen Außengrenzen beschönigt und verschleiert. Er bezeichnet staatliche Maßnahmen, bei denen Schutzsuchende ohne rechtliche Prüfung und oft unter Missachtung des Asylrechts zurückgewiesen werden. 2021 wurde der Begriff in politischen und medialen Debatten über Vorfälle an den Grenzen zu Griechenland, Österreich und Spanien stark genutzt. Die Jury kritisierte, dass "Pushback" die Gewalt und Menschenrechtsverletzungen gegen Geflüchtete verharmlost und deren Leid sprachlich verschleiert.

Historischer Kontext

Im Jahr 2021 prägten die Corona-Pandemie und ihre Folgen das öffentliche Leben, während zugleich die Migrationspolitik und insbesondere die Praxis der Pushbacks an EU-Außengrenzen verstärkt diskutiert wurden. Medien berichteten über rechtswidrige Zurückweisungen und gewaltsame Pushbacks an den Grenzen zu Griechenland, Spanien und Österreich. Die Verwendung des Begriffs wurde als euphemistisch kritisiert, da er die gravierenden Menschenrechtsverletzungen verschleiere. Die Wahl zum Unwort des Jahres sollte auf diese Problematik aufmerksam machen und die Debatte um den menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten fördern.

Beispiel

"Der Ausdruck 'Pushback' wird in der Migrationsdebatte verwendet, um das gewaltsame Zurückdrängen von Flüchtenden an den Grenzen zu beschönigen und zu verharmlosen."