2014
Lügenpresse
Definition
"Lügenpresse" wurde gewählt, weil der Begriff 2014 durch die Pegida-Bewegung und rechtspopulistische Gruppen wieder stark genutzt wurde, um Medien pauschal als manipulativ und unwahr zu diffamieren. Ursprünglich war der Ausdruck bereits im Ersten Weltkrieg ein Kampfbegriff und wurde später von den Nationalsozialisten zur Diffamierung unabhängiger Medien verwendet. 2014 erschwerte die Verwendung des Begriffs eine sachliche Medienkritik und gefährdete die Pressefreiheit. Die sprachkritische Aktion kürte "Lügenpresse" daher zum Unwort des Jahres, um auf die Gefahren dieser pauschalen Verurteilung aufmerksam zu machen.
Historischer Kontext
2014 prägten politische und gesellschaftliche Ereignisse wie die Pegida-Demonstrationen und die Ukraine-Krise die öffentliche Debatte in Deutschland. Pegida protestierte gegen eine angebliche Islamisierung und kritisierte die Medien scharf mit dem Begriff "Lügenpresse". Die Diskussion um Flüchtlinge und Integration gewann an Bedeutung, während der Begriff als Mittel zur Delegitimierung der etablierten Medienlandschaft und zur Verbreitung von Misstrauen diente. Die Wahl zum Unwort des Jahres sollte die problematische Wirkung des Begriffs auf die demokratische Medienlandschaft verdeutlichen.
Beispiel
"Die Medien sind eine Lügenpresse, die uns systematisch belügt und manipuliert." – Slogan auf einem Pegida-Demonstrationsplakat, Dresden 2014