Wort des Jahres

1991

Besserwessi

Definition

„Besserwessi“ wurde gewählt, weil es 1991 ein prägnanter Begriff war, der das Spannungsverhältnis zwischen West- und Ostdeutschen nach der Wiedervereinigung kritisch beschrieb. Das Wort ist ein Kofferwort aus „Besserwisser“ und „Wessi“ und bezeichnet abwertend Westdeutsche, die sich gegenüber Ostdeutschen besserwisserisch und oft arrogant verhielten. Es spiegelte die gesellschaftlichen Konflikte und Missverständnisse wider, die durch die wirtschaftliche und politische Dominanz Westdeutschlands im Einigungsprozess entstanden. Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte es zum Wort des Jahres, da es die Stimmung und Debatten jener Zeit sprachlich prägnant einfing.

Historischer Kontext

1991 befand sich Deutschland mitten im Einigungsprozess nach der Wiedervereinigung 1990. Die Unterschiede in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zwischen Ost und West führten zu Spannungen und Unsicherheiten. Themen wie Arbeitslosigkeit im Osten, Privatisierung und kulturelle Differenzen prägten die öffentliche Diskussion. Das Wort „Besserwessi“ wurde häufig genutzt, um das als belehrend empfundene Verhalten vieler Westdeutscher gegenüber Ostdeutschen zu kritisieren und symbolisierte die Herausforderungen der innerdeutschen Verständigung.

Beispiel

„Die Besserwessis glauben oft, sie müssten den Ossis alles erklären, als hätten sie keine eigene Meinung.“