Wort des Jahres

1980

Rasterfahndung

Definition

"Rasterfahndung" wurde gewählt, weil es 1980 ein neues polizeiliches Fahndungsverfahren bezeichnete, das in den 1970er Jahren in Westdeutschland zur Terrorismusbekämpfung entwickelt wurde. Dabei werden große Datenbestände automatisiert abgeglichen, um Personen zu finden, die einem bestimmten Täterprofil entsprechen, ohne dass eine konkrete Zielperson bekannt ist. Das Verfahren wurde vom BKA-Präsidenten Horst Herold eingeführt und erstmals gegen die RAF eingesetzt. Es steht für einen technologischen Fortschritt in der Verbrechensbekämpfung und eine neue Dimension staatlicher Überwachung.

Historischer Kontext

In den 1970er und 1980er Jahren war Deutschland durch linksextremistischen Terror, vor allem durch die RAF, stark bedroht. Die Rasterfahndung wurde als innovative Reaktion auf diese Bedrohung entwickelt und führte zu kontroversen Debatten über Sicherheit und Datenschutz. International war die Zeit vom Kalten Krieg geprägt, und die Rasterfahndung spiegelte die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit moderner Überwachung und staatlicher Kontrolle wider.

Beispiel

"Die Rasterfahndung ermöglicht es, aus Millionen von Datensätzen diejenigen Personen herauszufiltern, die einem bestimmten Täterprofil entsprechen und somit gezielt überprüft werden können." (Polizeibericht, 1980)