2023
Remigration
Definition
"Remigration" wurde gewählt, weil das Wort 2023 als rechter Kampfbegriff und beschönigende Tarnvokabel genutzt wurde, um menschenunwürdige Abschiebe- und Deportationspraktiken zu verschleiern. Es stammt vom lateinischen „remigrare“ (zurückwandern) und wird von völkischen Nationalisten, insbesondere der AfD und der Identitären Bewegung, verwendet, um Zwangsausweisungen und Massendeportationen von Menschen mit Migrationsgeschichte zu fordern, selbst wenn sie deutsche Staatsbürger sind. Die Wahl als Unwort soll diese Täuschung aufdecken und auf die menschenverachtende Intention hinter dem Begriff aufmerksam machen. Die Verwendung steht in einer problematischen Tradition rassistischer Unterdrückung und versucht, rechte Positionen in der Migrationsdebatte zu normalisieren.
Historischer Kontext
2023 war Deutschland von intensiven Debatten über Migration, Integration und Rechtsextremismus geprägt. Die AfD und andere rechte Gruppierungen gewannen an Zustimmung, was menschenverachtende Einstellungen sichtbarer machte. Ein geheimes Treffen von AfD-Politikern mit Rechtsextremen in Potsdam, bei dem „Remigrationspläne“ diskutiert wurden, löste breite Empörung aus. Die Diskussion spiegelte die Spannungen zwischen einer pluralen Gesellschaft und rechtsextremen Ideologien wider, während zugleich die Notwendigkeit von Migration angesichts des Fachkräftemangels betont wurde.
Beispiel
"Der harmlos daherkommende Begriff Remigration wird von den völkischen Nationalisten der AfD und der Identitären Bewegung benutzt, um ihre wahren Absichten zu verschleiern: die Deportation aller Menschen mit vermeintlich falscher Hautfarbe oder Herkunft, selbst dann, wenn sie deutsche Staatsbürger sind." – Ruprecht Polenz, Gastjuror der Unwort-Jury 2023