2022
Klimaterroristen
Definition
"Klimaterroristen" wurde gewählt, weil der Begriff 2022 genutzt wurde, um Klimaaktivist:innen und ihre Proteste für mehr Klimaschutz zu diskreditieren und mit Terrorismus gleichzusetzen. Diese Gleichsetzung kriminalisiert gewaltlosen zivilen Ungehorsam und demokratischen Widerstand fälschlich, indem sie Aktivist:innen pauschal als Bedrohung darstellt. Der Ausdruck ist eine militaristische Metapher, die die friedlichen Proteste gegen den Klimawandel verzerrt und diffamiert. Die Wahl zum Unwort des Jahres kritisiert diese problematische Sprachverwendung und betont, dass Terrorismus systematische Gewalt mit Zerstörung und Tod bedeutet, was bei Klimaaktivist:innen nicht zutrifft.
Historischer Kontext
Im Jahr 2022 dominierten Debatten um den Klimawandel, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und die Rolle von Klimaaktivist:innen die öffentliche Diskussion in Deutschland und weltweit. Bewegungen wie „Fridays for Future“ gewannen an Sichtbarkeit, während gleichzeitig eine Gegenreaktion stattfand, die Aktivist:innen als radikal oder „Klimaterroristen“ diffamierte. Diese Debatten fanden in Medien, Politik und Öffentlichkeit statt und zeigten, wie Sprache genutzt wird, um legitimen Protest zu kriminalisieren. Die Wahl des Unworts sollte auf diese problematische Sprachpraxis aufmerksam machen und zu einem sensibleren Umgang anregen.
Beispiel
"Mit dem Ausdruck ‚Klimaterroristen‘ werden Menschen, die sich für den Schutz des Klimas und der Lebensgrundlagen einsetzen, bewusst und strategisch kriminalisiert." – Luisa Neubauer, Fridays for Future