Unwort des Jahres

2016

Volksverräter

Definition

"Volksverräter" wurde gewählt, weil es ein typischer Kampfbegriff aus Diktaturen, besonders dem Nationalsozialismus, ist und Politiker pauschal diffamiert. Der Begriff bedeutet abwertend, jemanden zu verraten, der als Teil einer ethnisch definierten Gruppe gilt, und untergräbt demokratische Diskussionen. 2016 wurde das Wort vor allem von Anhängern von Pegida und AfD genutzt, um Politiker wie Angela Merkel oder Sigmar Gabriel zu beschimpfen. Die Jury betonte, dass der Begriff eine exklusive, antidemokratische Vorstellung von „Volk“ transportiert und so den gesellschaftlichen Dialog zerstört.

Historischer Kontext

2016 prägten politische Polarisierung, die Flüchtlingskrise und der Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen wie AfD und Pegida die Debatten in Deutschland. Das Wort "Volksverräter" wurde als Kampfbegriff gegen Politiker verwendet, die als Verräter am Volk dargestellt wurden. Medien und Öffentlichkeit warnten vor der Gefahr solcher Begriffe, die an die Sprache totalitärer Regime erinnern und demokratische Diskurse gefährden.

Beispiel

Als Sigmar Gabriel im August 2016 in Salzgitter war, riefen rechte Demonstranten ihm lautstark "Volksverräter" entgegen.