2013
Sozialtourismus
Definition
"Sozialtourismus" wurde gewählt, weil das Wort 2013 in der öffentlichen Debatte gezielt genutzt wurde, um Stimmung gegen Zuwanderer aus Osteuropa zu machen. Es suggeriert fälschlich, dass Menschen aus Vergnügen oder zur Erholung nach Deutschland kommen, während der Begriff „Sozial“ die Migration auf den Missbrauch des Sozialsystems reduziert. Dies diskriminiert Menschen, die aus Not eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr legitimes Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU. Der Begriff wurde von Politikern wie Staatssekretär Günter Krings (CDU) neu geprägt und von Medien verbreitet, steht aber in einer langen Tradition abwertender Begriffe zur Zuwanderung.
Historischer Kontext
2013 stand Deutschland vor der Freizügigkeit für Bürger aus Bulgarien und Rumänien, die ab 2014 galt. Diese Öffnung löste eine kontroverse Debatte über Zuwanderung und Sozialleistungsnutzung aus, in der Begriffe wie „Sozialtourismus“ Ängste vor einer Überlastung des Sozialsystems schürten. Die Unwort-Jury kritisierte diese Begriffe als diskriminierend und unsachlich, während parallel politische Themen wie die Bundestagswahl und die NSA-Affäre die öffentliche Diskussion prägten.
Beispiel
"Mit dem Schlagwort 'Sozialtourismus' wurde von einigen Politikern und Medien gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht." (Begründung der Unwort-Jury 2013)