2008
notleidende Banken
Definition
"notleidende Banken" wurde gewählt, weil der Begriff die Ursachen und Folgen der Finanzkrise 2008 verzerrt darstellt. Er stilisiert Banken, die durch riskante Finanzpolitik die Krise mitverursachten, zu Opfern, obwohl die Steuerzahler die Kosten tragen mussten. Der Ausdruck suggeriert Mitleid und verschleiert die Verantwortung der Banken. Die Krise führte im Herbst 2008 zu massiven Rettungsmaßnahmen wie dem US-Rettungsplan über 700 Milliarden Dollar und staatlichen Hilfen in Europa.
Historischer Kontext
Im Jahr 2008 dominierte die globale Finanzkrise die politische und wirtschaftliche Diskussion. Der Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes und riskante Finanzprodukte brachten Banken weltweit in Schwierigkeiten. In Deutschland und Europa wurden umfangreiche Rettungspakete geschnürt, während die Öffentlichkeit die Darstellung der Banken als Opfer kritisierte. Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte "notleidende Banken" zum Unwort des Jahres, um auf manipulative Krisenkommunikation aufmerksam zu machen.
Beispiel
"Die Banken, die mit ihrer riskanten Finanzpolitik die Krise verursacht haben, werden mit dem Ausdruck 'notleidende Banken' zu Opfern stilisiert, obwohl der Steuerzahler die Last trägt." – Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser, Jurysprecher, 20. Januar 2009