1997
Wohlstandsmüll
Definition
"Wohlstandsmüll" wurde gewählt, weil der Begriff abwertend Menschen bezeichnet, die als arbeitsunwillig oder arbeitsunfähig gelten. Er wurde 1997 zum Unwort des Jahres gewählt, da er sozial ausgrenzend und diskriminierend wirkt. Der Begriff stammt von Helmut Maucher, Nestlé-Verwaltungsratspräsident, der 1996 in einem Interview Menschen kritisierte, die das Sozialsystem ausnutzen. "Wohlstandsmüll" symbolisiert eine unsensible Haltung gegenüber Arbeitslosen und sozial Benachteiligten.
Historischer Kontext
1997 war Deutschland von hoher Arbeitslosigkeit und intensiven Debatten über Sozialreformen geprägt. Die öffentliche Diskussion war polarisiert, soziale Gruppen wurden oft pauschal verurteilt. Der Begriff "Wohlstandsmüll" wurde kontrovers diskutiert und von Medien aufgegriffen. Die Wahl als Unwort sollte auf die entmenschlichende Wirkung solcher Begriffe aufmerksam machen und zu mehr Sensibilität im Umgang mit sozial Schwachen aufrufen.
Beispiel
"Wir haben einen gewissen Prozentsatz an Wohlstandsmüll in unserer Gesellschaft. Leute, die entweder keinen Antrieb haben, halb krank oder müde sind, die das System einfach ausnutzen." – Helmut Maucher, Nestlé, 1996