Unwort des Jahres

1993

Überfremdung

Definition

"Überfremdung" wurde gewählt, weil der Begriff 1993 als politisches Schlagwort kritisiert wurde, das rassistische und fremdenfeindliche Einstellungen verschleiert und legitimiert. Ursprünglich beschrieb "Überfremdung" bis 1934 betriebswirtschaftlich das Übergewicht ausländischen Kapitals in Unternehmen. Ab 1941 erhielt der Begriff eine rassistische Bedeutung wie "Eindringen Fremdrassiger". In den 1990er Jahren wurde "Überfremdung" vor allem in Debatten um Zuwanderung in Deutschland genutzt und diente als Scheinargument gegen Ausländer, wobei es Ängste vor dem Verlust der eigenen Kultur schürte.

Historischer Kontext

1993 war Deutschland von intensiven Diskussionen über Migration und Integration geprägt, auch durch die Folgen der Wiedervereinigung und Flüchtlingsbewegungen aus dem zerfallenden Jugoslawien. Der Begriff "Überfremdung" wurde in Medien oft unkritisch verwendet und trug so zur Verbreitung fremdenfeindlicher Argumente bei. Die Unwort-Jury kritisierte das Wort als rassistisch und manipulativ, da es Ängste schürte und als politisches Schlagwort gegen Zuwanderung diente.

Beispiel

"Die Furcht vor Überfremdung (vor der Anwesenheit zu vieler dauernd hier lebender Ausländer) ist unbegründet." (Beispiel aus dem Rechtschreibduden 1993)