1992
ethnische Säuberung
Definition
"ethnische Säuberung" wurde gewählt, weil der Begriff 1992 im Zusammenhang mit den grausamen Menschenrechtsverletzungen während der Jugoslawienkriege als beschönigende Propagandaformel verwendet wurde. Er bezeichnet die gewaltsame Entfernung einer ethnischen oder religiösen Gruppe aus einem Gebiet durch Vertreibung, Deportation oder Mord. Besonders im Bosnienkrieg (1992–1995) setzten serbische Truppen diese Praxis ein, um ethnisch homogene Gebiete zu schaffen, was zu massiven Verbrechen gegen die Menschlichkeit führte. Die Wahl zum Unwort des Jahres machte auf die Verharmlosung dieser brutalen Taten aufmerksam.
Historischer Kontext
1992 zerfiel Jugoslawien in einen blutigen Bürgerkrieg, bei dem vor allem in Bosnien-Herzegowina Serben, Kroaten und Bosniaken in gewaltsame Konflikte verwickelt waren. Systematische Vertreibungen und Morde prägten die Auseinandersetzungen, die internationale Aufmerksamkeit erregten. Der Begriff "ethnische Säuberung" wurde in Medien und Politik kontrovers diskutiert, da er einerseits die Brutalität beschreibt, andererseits aber auch als Verharmlosung kritisiert wurde.
Beispiel
"Die serbischen Truppen setzen die Strategie der ethnischen Säuberung ein, um ihre Gebiete von nicht-serbischen Bevölkerungsgruppen zu befreien." (Zeitungsartikel, 1992)