Wie entstehen die Worte des Jahres?

Seit über 50 Jahren dokumentieren sprachliche Jahresrückblicke, welche Begriffe unsere Gesellschaft geprägt haben. Drei Institutionen wählen jährlich ihre Worte – mit unterschiedlichen Zielen und Methoden.

Wort des Jahres

Das Wort des Jahres wird seit 1971 von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gewählt. Eine Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten wählt Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders geprägt haben.

Die Auswahl basiert nicht auf Häufigkeit, sondern auf Bedeutsamkeit: Welche Wörter stehen für wichtige Themen und Ereignisse? Welche Neuschöpfungen haben sich etabliert? Die GfdS veröffentlicht jährlich eine Top-10-Liste.

Unwort des Jahres

Das Unwort des Jahres wird seit 1991 von einer unabhängigen sprachkritischen Jury gewählt. Ziel ist es, auf Begriffe aufmerksam zu machen, die gegen die Menschenwürde verstoßen, diskriminierend sind oder euphemistisch gesellschaftliche Probleme verschleiern.

Jeder kann Vorschläge einreichen. Die Jury prüft, ob ein Begriff sachlich unangemessen ist oder gegen Prinzipien der Menschenwürde verstößt. Das Unwort soll zum Nachdenken über Sprache anregen.

Jugendwort des Jahres

Das Jugendwort des Jahres wird seit 2008 vom Langenscheidt-Verlag gekürt. Hier steht die lebendige Jugendsprache im Mittelpunkt – Slang, Neologismen und kreative Wortschöpfungen.

Die Auswahl erfolgt durch öffentliche Abstimmung: Jugendliche können Vorschläge einreichen und über die Finalisten abstimmen. Das Ergebnis spiegelt wider, welche Begriffe in der jungen Generation tatsächlich verwendet werden.

Über diese Seite

Worte der Zeit ist ein unabhängiges Archiv, das alle Wörter, Unwörter und Jugendwörter des Jahres an einem Ort sammelt. Jeder Eintrag enthält eine Erklärung, den historischen Kontext und ein zeitgenössisches Beispiel.

Die Seite zeigt, wie Sprache den Zeitgeist widerspiegelt – von der Aufarbeitung der NS-Zeit (Holocaust, 1979) über die Wiedervereinigung (Wende, 1989) bis zur digitalen Transformation (Krisenmodus, 2023).