2008
Gammelfleischparty
Definition
"Gammelfleischparty" wurde gewählt, weil das Wort provokant und bildhaft Ü-30-Partys beschreibt und durch seinen starken Ekelfaktor Aufmerksamkeit erregt. Es kombiniert den umgangssprachlichen Begriff „Gammelfleisch“ für verdorbenes Fleisch mit „Party“ und spottet humorvoll über die vermeintliche Langeweile und das Alter der Teilnehmer solcher Feiern. Die Jury des Jugendwortes des Jahres 2008 wählte den Begriff aus rund 30.000 Vorschlägen, da er die Ausgrenzung von Jugendlichen von Ü-30-Partys ironisch kommentiert. Die Bezeichnung steht für die kreative und oft freche Ausdrucksweise der Jugend im Umgang mit Altersgrenzen und Freizeitkulturen.
Historischer Kontext
Im Jahr 2008 prägten politische und gesellschaftliche Themen wie die Finanzkrise und Barack Obamas Wahlsieg das öffentliche Bewusstsein. In Deutschland rückte die Jugendkultur stärker in den Fokus, wobei die Jugendsprache als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen gesehen wurde. Die Wahl von „Gammelfleischparty“ wurde breit diskutiert, da sie einerseits die Kreativität der Jugendlichen würdigte, andererseits aber auch Kontroversen auslöste, weil das Wort als abwertend gegenüber älteren Menschen empfunden wurde.
Beispiel
"Letztes Wochenende war wieder so eine Gammelfleischparty – da gehen halt nur die Ü-30-Leute hin, total langweilig."